Worum gehts denn hier?

Was braucht der Mensch wirklich, um einfach und gut zu leben?

Vor ein paar Jahren fing ich an, mein Leben neu zu sortieren und mir darüber immer mehr Gedanken zu machen. Im Laufe der Jahre hatte sich einfach viel zu viel angesammelt. An Zeugs, an Verpflichtungen und an Verbindlichkeiten, an Krempel und Staub und alten Klamotten und so. Wie es halt so geht. Ich fing an, mich nach freien Raum, nach mehr Luft und Klarheit zu sehnen – das Leben ist kompliziert genug, ich möchte es um mich herum dann wenigstens so einfach wie möglich haben.

Also fing ich an mein Leben zu entrümpeln. Das ging zunächst von der äußeren zur inneren Ordnung: der Kleiderschrank wurde durchforstet, Bücher spendete ich sozialen Einrichtungen, Musik liegt nun digitalisiert auf der Festplatte, Gebrauchsgegenstände wurden auf wirklichen Gebrauch geprüft und all so Sachen eben.

Der Fernseher flog raus, weil er ein so furchtbarer Zeiträuber ist. Seitdem gehe ich öfter ins Kino, lese wieder mehr und fühle mich bestens informiert und amüsiert. Ein Auto hatte ich schon länger nicht mehr und auch das geht ganz prima. Ein Vorteil des Lebens in der Großstadt – es gibt gute öffentliche Verkehrssysteme und alles unter 10 km ist prima mit dem Fahrrad zu machen. Und wenn es gar nicht anders geht gibt es Mietautos oder Carsharing. Ohne Auto zu leben spart mir eine Menge Geld – und viel Ärger.

Zeit ist Geld – aber mit mehr Geld hat man nicht mehr Zeit. Eher weniger, weil – zumindest ich – dieses mit Lohnarbeit verdienen muss. Ein großes Manko, da ich an vielen verschiedenen Dingen interessiert bin, für die ich eben Zeit brauche: Kunst und Kultur, Sport und Bewegung, Familie und Freunde, Lernen und Lehren. Das geht mit einer Vollzeitstelle nicht, also arbeite ich in Teilzeit und habe somit zwar weniger Geld zur Verfügung aber dafür mehr von kostbarer Zeit, die ich selbstbestimmt gestalten kann. Glücklicherweise ist hohe Lebensqualität nicht grundsätzlich von der Höhe des Einkommens abhängig – sehr vieles kann man eben nicht mit Geld kaufen.

Unsere Welt ist derzeit im Wandel – durch die digitale Revolution hat sich vieles grundlegend gewandelt und wir sind noch Mitten im Wandel. Was vor ein paar Jahren nur mit großen Aufwand möglich war ist heute mit ein paar Mausklicks möglich geworden. Wir können digital publizieren, Wissen austauschen, Musik aufnehmen und vervielfältigen, ortsunabhängig arbeiten und haben dabei unser Büro in der Tasche. All das hilft ungemein, ein freieres und selbstbestimmteres Leben zu führen, ohne große Kosten, ohne großen Aufwand. Dies zeigt sich auch in neuen Ansätzen des Arbeitens und des Wirtschaftens. Ob digitale Boheme oder lokaler Tauschring oder Handwerker, die über Online-Läden vermarkten – viele Möglichkeiten stehen uns nun offen, die vor ein paar Jahren noch als Utopien, als undenkbar erschienen.

Ich möchte „mit leichtem Rucksack“ reisen, nicht mehr soviel Ballast mit mir rumschleppen. Ich möchte möglichst frei und unabhängig sein. Das geht – und sogar recht prima. Darüber will ich hier bloggen, als Anregung für andere, als Diskussionsgrundlage für neue Ideen, als Themenspeicher, als Denkzettel und Nachschlagedingsbums für mich selber.

Mal sehen, was daraus wird.