Altglasverwertung – alte Objektive auf digitale Kamera

Niddaspaziergang Rödelheim 14

Meine erste richtige Kamera war eine gebrauchte analoge Konica-Spiegelreflex, noch ohne Autofokus, zu der ich mir bald noch neben verschiedenen Objektiven und einigen Filtern ein zweites Gehäuse zulegte. Obwohl ich schon lange nur noch digital fotografiere, brachte ich es nicht übers Herz, mich von der Ausrüstung zu trennen. Gut verstaut in einer Fototasche überstand sie daher einige Aufräumaktionen.

Neulich stieß ich durch Zufall bei einer Netzrecherche auf einen Adapter für etwa 30 Euro, mit dessen Hilfe ich auf meine Digitalkamera, eine Sony NEX-3, die alten Objektive mit dem früheren Konica-Bajonett schrauben kann. Ich wollte das ausprobieren, bestellte den Adapter und zwischen Weihnachten und Neujahr kam er dann auch an – genau richtig, um an eine paar ruhigen Tagen damit herum zu spielen.

Die Konica-Objektive – zwei Normalobjektive, ein 50er und ein 40er, beide sehr lichtstark, ein 80-120er Zoom und ein festes 200er – arbeiten wunderbar mit der neuen Kamera zusammen. Am liebsten fotografiere ich mit einer Einstellung, bei der ich die Blende am Objektiv wähle und die Kamera sich die richtige Beleuchtungszeit aussucht. So war ich es auch von früher mit der Konica und der Blendenautomatik gewohnt. Die Schärfe muss natürlich von Hand eingestellt werden, was ich bei dem relativ kleinem Display der Sony zunächst als umständlich empfand. Allerdings bietet die Sony dafür zwei Hilfen an: Es gibt eine Art Bildschirmlupe, auf Knopfdruck wird der Displayinhalt siebenfach vergrößert angezeigt. Wird der Knopf ein zweites Mal gedrückt, zeigt das Display sogar eine 14-fache Vergrößerung. Hier kann zumindest bei statischen Motiven sehr präzise scharf gestellt werden. Ist eine schnelle Einstellung der Schärfe nötig, gibt es eine Funktion, bei der die scharf gestellten Bereiche im Display farbig umrandet werden. Damit kann schnell überprüft werden, welche Ebenen im Bild scharf abgebildet werden.

Das hört sich zunächst umständlich an, in der Praxis geht das Fokussieren aber recht schnell von der Hand. Fotografiere ich mit einem Autofokusobjektiv benötigt dieses ja auch eine gewisse Zeit, um das Objektiv scharf zu stellen, mit etwas Übung geht das mit den manuellen Objektiven in manchen Situationen sogar schneller. Gerade mit einem Normalobjektive lassen sich wunderbar schnelle Schnappschüsse durch die große Schärfentiefe bei kleinen Blenden machen.

Es macht mir jedenfalls sehr viel Spaß mit den alten Objektiven zu fotografieren, zumal diese lichtstärker und verzerrungsfreier sind als das zur Sony mitgelieferte leichte Zoom. Durch den Blendenring direkt am Objektiv kann ich ohne Geklicke im Menü der Kamera die Einstellung schnell ändern, das mag ich gerne.

Die Bilder hier in diesem Post wurden mit dem 80-120er Zoom an einem dunklen, grauen Spätnachmittag kurz nach Neujahr auf einem Spaziergang an der Nidda in Rödelheim gemacht, der erste Versuch überhaupt, mit den alten Objektiven mal Fotos zu machen. Ich habe die Bilder so reingestellt, wie sie aus der Kamera gefallen sind, es gab also außer der Skalierung der Bildgröße keine Nachbearbeitung. Inzwischen habe ich auf der Sony allerdings statt dem Zoom fast nur noch das 40er Normalobjektiv drauf und fotografiere damit am liebsten. Auch hierzu werde ich bald noch ein paar Bilder und ein paar Worte ins Blog stellen. Wenn ich vor lauter Fotografieren mal Zeit dafür finde …

Niddaspaziergang in Rödelheim – Anklicken für Vollansicht

Schlagworte: , , ,

Kommentieren