Mein erster Laptop

Vintage Toshiba-Laptop 1989

… nun ja, sagen wir mal eher: tragbarer Computer. Das war Anfang der 1990er Jahre, ich studierte damals und hatte nach dem ersten Semester keine Lust mehr, alle Referate und Hausarbeiten auf meiner mechanischen Schreibmaschine zu tippen. Ich kaufe mir dann, weil er so simpel zu bedienen war, einen Amiga 500 – und setzte damit auf ein sterbendes System, denn die IBM-kompatiblen Rechner fingen an sich flächendeckend durchzusetzen. Glückliche Umstände brachten dann den Toshiba zu mir – ich bekam von meinem Stiefvater den Rechner als Dauerleihgabe zur Verfügung gestellt und hatte ihn sehr lange im Einsatz. Später verlieh ich ihn wiederum an einen Freund, der ihn auch noch einige Zeit nutzte und bei dem wir ihn vor ein paar Wochen wieder auf dem Dachboden entdeckt haben.

Der Toshiba ist ein 386er und hatte schon ein VGA-Display – allerdings Monochrome schwarz/orange. Als ich ihn bekam, lief ein MS-DOS 4.01 drauf, ich installierte noch ein Windows 2.1 dazu und später auch noch ein Windows 3.2 – der Arbeitsspeicher hatte übrigens mächtige 1 MB! Beeindruckend ist auch sein Gewicht: satte 10 Kilogramm bringt er auf die Waage. In dem Gerät sind übrigens keine Akkus verbaut, es funktioniert nur mit Netzkabel und Steckdose.

Mit dem Rechner machte ich meine ersten Online-Gehversuche. Damals noch nicht im richtigen Internet, sondern über Mailboxsysteme und Netzwerke wie das CL-Netz, FidoNet oder dem Z-Netz usw. Das waren aufregende Zeiten, die Modems noch stabile, quickende Metallkisten, die Umgangsformen im Netz noch sehr gepflegt und die Telefonrechnungen schwindelerregend hoch. Sehr schnell gab es dann die ersten echten Internetzugänge an den Hochschulen für Studierende außerhalb der einschlägigen technischen Fachbereiche und bald darauf wurde auch HTTP entwickelt, das WorldWideWeb fiel vom Himmel! Nur wenig später gab es dann auch schon jenseits der Hochschulen die ersten Internetzugänge für Privatpersonen – AOL oder Germany.net und die ganze Geschichte kam so richtig in Schwung.

Der Toshiba hat mich sozusagen ins Internetzeitalter begleitet. Irgendwie schön, dass wir den wieder gefunden haben, dass der immer noch einwandfrei funktioniert und was noch schöner ist: Er wird jetzt nicht entsorgt oder irgendwo in die Ecke geräumt, sondern kommt als Hardwarespende in den Digital Retro Park, einem Zentrum für digitale Kultur in Hanau. Ist doch ein würdiger Platz für die alte Dame, oder?

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