Nullbruchstellen – es geht auch ohne geplante Obsoleszenz

Eingebauter vorzeitiger Verschleiß oder reparaturunfreundliche Konstruktionen sind einfach ärgerlich. Erst gerade wieder selber erlebt bei einer Tastatur, die ich reinigen wollte und die partout nicht zu zerlegen war: http://meterware.blogspot.de/2009/06/tastatur-offnen-logitech-deluxe-250.html.
Inzwischen aber wollen immer mehr Verbraucherinnen und Verbraucher sich das nicht mehr gefallen lassen, zumindest taucht das Thema geplante Obsoleszenz mehr und mehr in der öffentlichen Diskussion auf.
Ob in Dokumentationen wie “Kaufen für die Müllhalde“, in Radiosendungen wie HR2-Der Tag “Ich schraube, also bin ich” oder im Aufbau des Verbraucherportals “Murks? Nein Danke!“, der Unmut ist deutlich zu spüren.
Das ist super und könnte auch Druck auf die Hersteller ausüben, langlebige und wartungsfreundliche Produkte auf den Markt zu bringen. Hersteller solcher Waren gibt es durchaus, nur leider sind deren Produkte viel zu wenig bekannt und gehen in der Masse von Billigkram und Wegwerfzeugs allzu oft unter.
Ich würde mir daher mehr Informationen über “Good-Practice”-Beispiele wünschen, über Produkte, die langlebig sind, die reparaturfreundlich konstruiert wurden und für die ich noch lange Zeit Ersatzteile bekomme. Wie beispielsweise über das Fahrradrücklicht, für das ich nach 10 Jahren noch eine Befestigungsset nachkaufen konnte. Oder Schuhe, die nicht nur zusammengeklebt sind, sondern auch neu besohlt werden können bis hin zu Betrieben, die überhaupt noch Reparaturen ausführen.
Vielleicht könnte dazu das Projekt “Nullbruchstellen“, über das ich hier gestolpert bin, beitragen. Studierende der Zürcher Hochschule der Künste kamen während eines Seminars zum Thema Sollbruchstellen in der Produktion auf den Gedanken, Produkte ohne solche durch ein entsprechendes Label erkennbar zu machen und so Kaufentscheidungen zugunsten langlebiger Produkte zu erleichtern.
Ein hoher Anspruch und sicherlich schwierig umzusetzen, auch ist es fraglich, ob ein weiteres Label Sinn macht oder nicht. Aber es geht in die richtige Richtung, da es genügend Hersteller von Produkten ohne Sollbruchstellen gibt, aber noch viel zu wenig Informationen darüber, wie das denn zu erkennen wäre und wo die zu finden sind.
Ich wünsche dem Projekt viel Erfolg. Und hoffe sehr, dass die irgendwann auch aus Facebook ins “richtige” Internet rauskommen …
Schlagworte: Nachhaltigkeit, Obsoleszenz, Sollbruchstellen, Verbraucher


31. Mai 2012 um 22:13 Uhr
[...] Nullbruchstellen – es geht auch ohne geplante Obsoleszenz. Über die Idee eines Projektes zur Kennzeichnung von Gütern, die ohne geplante Obsoleszenz (eingebauter vorzeitiger Verschleiß) die Kaufentscheidung beeinflussen könnte. via finnsland [...]