Communityportal zum Thema geplante Obsoleszenz im Aufbau
Das Online-Magazin „Telepolis“ berichtete Ende Februar über den Berliner Betriebswirt Stefan Schridde, der Unternehmen mittels eines Internetportals dazu bewegen möchte, auf geplante Obsoleszenz zu verzichten und dafür lieber langlebige Produkte herzustellen. Nachzulesen ist das Interview mit Stefan Schridde hier: http://www.heise.de/tp/artikel/36/36478/1.html
Über die Geschichte und die heute gängige Praxis von geplanter Obsoleszenz, also der von vielen Firmen zur Steigerung der Absatzzahlen eingeplante schnellere Verschleiß der Waren und die bewusst reparaturunfreundliche Konstruktion der Produkte, wurde in der Arte-Dokumentation “Kaufen für die Müllhalde” von 2011 eingehend berichtet. Den Film hatte ich auch hier verbloggt: http://www.finnsland.net/blog/2011/09/geplante-obsoleszenz-was-denn-sonst/.
Wie aber können wir uns als Konsumenten dagegen wehren? Stefan Schridde strebt den Aufbau eines umfangreichen Community-Portals an. Hier sollen nicht nur Fälle von geplanter Obsoleszenz gesammelt und dokumentiert und so vor Herstellern, die mit solchen Methoden arbeiten gewarnt werden, sondern auch Beispiele aufgezeigt werden wie es anders gehen kann und Hersteller und Produkte, die langlebiger und reparaturfreundlicher produzieren, bekannter zu machen. Ebenso sollen Initiativen und Gruppen, die sich mit der Thematik befassen sowie offene Werkstätten, in denen Werkzeuge, Rat und Hilfe für (Selbst-)Reparaturen zur Verfügung stehen, vorgestellt werden.
Bislang ist das Portal noch in der Aufbauphase und erst in Form eines Blogs online, erreichbar unter der Adresse: http://www.murks-nein-danke.de/blog/.
Mehr Öffentlichkeit für die Problematik herstellen und dadurch Druck auf die Hersteller aufbauen kann so ein Projekt allerdings nur durch die regen Teilnahme von Konsumenten und Konsumentinnen und vor allem auch durch das Aufzeigen von geeigneten Alternativen – reparaturfreundliche, langlebige Güter sollten im Interesse des eignen Geldbeutels und der Schonung von Energie und Ressourcen eine Selbstverständlichkeit sein. Ich bin gespannt, wie sich das Projekt entwickeln wird.

