Archiv für die Kategorie „Nachhaltigkeit“

Minimalismus – Lifestyle des Neoliberalismus?

Sonntag, 28. April 2013

“Minimalismus ist nur ein Modebegriff, der Armut gesellschaftsfähig machen soll.”

(Kommentar unter einem Artikel über einen dpa-Presseartikel über Minimalismus: http://www.haz.de/Ratgeber/Bauen-Wohnen/Uebersicht/Minimalismus-ist-moderner-Einrichtungsstil)

Ist Minimalismus als Lebensstil letztendlich nicht nur eine Reaktion auf die wachsenden Anforderungen einer sich immer schneller drehenden globalisierten neoliberalen Welt, die vom Einzelnen ein Höchstmaß an Flexibilität und Ortsungebundenheit bei immer weniger Einkommen, immer höher steigenden Mieten und Energiekosten und dabei immer tieferen Einschnitten in die Systeme der sozialen Sicherung und dem Erodieren von gesellschaftlicher Solidarität?

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Karl Clauss Dietel – Design, offenes Prinzip und Gebrauchspatina

Freitag, 1. März 2013

Vor einiger Zeit bin ich über die Seiten der Stiftung Industrie- und Alltagskultur auf ein Videointerview mit dem deutschen Formgestalter Karl Clauss Dietel gestoßen.

Clauss Dietel entwarf in der DDR Rundfunkgeräte, Autos, Motorräder, Produktionsmaschinen und vieles mehr. Wie auch in den anderen Interviews mit weiteren Ost-Designer/innen, die auf der Seite dokumentiert sind, gibt er einen Einblick in die Herangehensweise an Gestaltung von Industrieprodukten in einer sozialistisch geprägten Gesellschaft. Zwar waren die Designer auf der einen Seite befreit von kapitalistischen Verkaufs- und Vermarktungsmechanismen, hatten aber auf der anderen Seite mit Mangel an zur Verfügung stehenden Werkstoffen und Produktionsmaschinen bzw. -technologien zu kämpfen, die dann  aber  zu sehr eigenständigen Lösungswegen führen.

Die Dinge sollten dauerhaft, also lange in Gebrauch und zeitlos in der Gestaltung sein. Dietel spricht in diesem Zusammenhang auch vom “Moralischen Verschleiß”, eine Form der geplanten Obsoleszenz, bei der es nicht um die technischen Sollbruchstellen sondern um schnell wechselnde Trends, um modisch orientierte Formgestaltung geht, die schnell wieder veraltet und dadurch immer nach neuen, der nachfolgenden Mode angepassten Produkte verlangt.

Geprägt hat er auch den Begriff der “Gebrauchspatina”. Dahinter steckt die Überlegung, wie könnten Gegenstände so gestaltet werden, dass die Spuren des täglichen Gebrauchs den Dingen im Laufe der Zeit immer mehr Leben einhauchen, sie Geschichten erzählen lässt. Eine Vorstellung, die sich auch im japanischen Konzept von Schönheit und Wahrnehmung “Wabi Sabi” wiederfindet, in dem der Prozess der Alterung eines Gegenstandes durch den langjährigen Gebrauch einen Wert an sich bekommt.

Angesichts der heutigen Probleme mit mangelnden Rohstoffen weltweit und den Bemühungen, nachhaltige und langlebige Produkte zu entwickeln lohnt es sich durchaus die Arbeiten der sozialistischen Formgestalter mit einem neuen Blick wieder zu entdecken und daraus für heutige Lösungsansätze zu lernen.

Mehr Interviews mit DDR-Designern gibt es auch hier: http://www.ueberholt-und-unerreicht.de/index.html

Artikelserie über Postwachstumsökonomie bei SlowLifeLab

Sonntag, 10. Februar 2013

Über Dr. Nico Paech und die Postwachstumsökonomie hatte ich kürzlich erst was gebloggt. Per Twitter stieß ich vor einigen Tagen auf eine dreiteilige Artikelserie von Alice Scheerer, die sie nach einem Besuch des Vortrags “Nachhaltiges Wirtschaften ohne Wachstum” von Nico Paech in Stuttgart im Januar dieses Jahres in ihrem Blog SlowLifeLab schrieb.

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Arbeit & Zukunft: Niko Paech und die Postwachstumsökonomie

Sonntag, 23. Dezember 2012

Niko Paech ist Volkswirt und derzeit Gastprofessor am Lehrstuhl für Produktion und Umwelt („PUM“) der Universität Oldenburg. Seine Interessen und Forschungsschwerpunkte liegen in Fragen der Nachhaltigkeit und der ökologischen Ökonomie. Ähnlich wie Frithjof Bergmann sieht Niko Paech in der Zukunft für uns immer weniger lohnabhängige Erwerbsarbeit („20-Stunden-Woche“), dafür aber einen höheren Anteil an Selbstversorgung.

In diesem Vortrag, den ich bei Karma Konsum entdeckt habe, erklärt er seinen Ansatz der Postwachstumsökonomie sehr schön:

KarmaKonsum Konferenz 2011 apl. Prof. Dr. Niko Paech from KarmaKonsum on Vimeo.

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Reparieren statt wegwerfen – Repair Cafe und andere Projekte rund ums Thema

Dienstag, 4. Dezember 2012

Immer wieder erstaunt es mich, dass so viele kaputte Geräte, Möbel und Kleidung weggeworfen werden, die leicht noch repariert werden könnten. Oftmals werden Produkte zwar äußerst reparaturunfreundlich hergestellt, doch hochwertigere Sachen können durchaus oft mit ein wenig Fachwissen und das geeignete Werkzeug ohne Probleme wieder in Ordnung gebracht werden.

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Hören: Podcast von Holger Klein mit Uwe Lübbermann, Premium Cola

Mittwoch, 14. November 2012

Über das Getränke-Kollektiv Premium Cola und das damit verbundene wirtschaftliche und soziale Konzept habe ich schon weiter unten kurz was geschrieben und nachdem “das Gehirn” von Premium Cola, Uwe Lübbermann, in den Kommentaren noch einiges ergänzt hat, bin ich noch neugieriger geworden. Wie funktioniert nun dieses “Betriebssystem” im Detail, was sind die Ideen dahinter, wie findet die Zusammenarbeit im Alltag statt, welche Probleme gibt es dabei und wie hat sich aus einer Idee ein komplexes, tragfähiges wirtschaftliches System innerhalb von mehr als 10 Jahren entwickelt?
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Fix it! – Aktiv-Treffen im Tauschring Bockenheim

Sonntag, 11. November 2012

Reparieren statt wegwerfen und sich gegenseitig erklären, wie es geht – das ist der Ansatz und der Grundgedanke für ein neues DIY-Projekt innerhalb des Tauschring Bockenheim in Frankfurt, das in der letzten Mitgliederzeitschrift vorgestellt wurde. Dieses Angebot ist auch sicherlich eine gute Möglichkeit für Interessierte, den Tauschring von der praktischen Seite her kennenzulernen und vielleicht sogar Mitglied zu werden. Wer in der Nähe wohnt – einfach mal vorbeikommen, die Termine finden sich auf der Website.

“Das Aktiv-Treffen ist eine neue Abendveranstaltung des Tauschrings rund um das Mitmachen. In den zwei Räumen der Evangelischen Brüdergemeinde in der Mulanskystraße 21 werden Workshops angeboten – zu Themen wie Handwerkliches und Reparatur, Computer, Gesundheit, aber auch andere Mitmachaktivitäten wie Spiele, Vorträge, Themendiskussionen oder die Einladung von anderen Gruppen.

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Bier, DIY, das Internet und ausgestorbene Sorten wiederbeleben.

Mittwoch, 15. August 2012

Kronkorken und Flaschenöffner

Auf einer Reise vor zwei Jahren in die USA war ich sehr erstaunt über ein Aufblühen der dortigen Bierbraukultur, ausgerechnet in einem Land, das ich mit gutem Bier bislang überhaupt nicht in Verbindung brachte. Dort entstehen seit etwa zwei Jahrzehnten immer mehr lokale Kleinstbrauereien, die sehr geschmackvolles Bier brauen und regional verkaufen. Diese Art des Bierherstellung war früher so überall in Deutschland üblich, in dem Dorf meiner Großeltern, einen kleinen Marktflecken in Niederbayern, gab es zu meiner Kindheit noch vier Brauereien, bis heute hat nur eine davon als großer mittelständischer Betrieb mit überregionalem Vertrieb überlebt.

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Open-Source-Häuser – WikiHouses

Samstag, 7. Juli 2012

Open Source kennen viele im Zusammenhang mit Software – dass es inzwischen jede Menge Open-Source-Hardware-Projekte gibt, versuche ich immer wieder hier im Blog aufzuzeigen. Bekannte Beispiele sind 3-D-Drucker wie der RepRap oder Zeichenmaschinen wie der Drawbot, aber auch schweres Gerät wie die landwirtschaftlichen Maschinen der OpenSourceEcology.

Ein weiteres Projekt beschäftigt sich mit dem Entwurf und Bau von Häusern aus Holzwerkstoffen, bestehend aus Teilen, die einfach herzustellen, zu transportieren und zu montieren sind. Häuser wie ein Puzzle zusammenstecken? Das Projekt WikiHouse zeigt, wie es geht.

WikiHouse is an open source construction set. It’s aim is to allow anyone to design, download, and ‘print’ CNC-milled houses and components, which can be assembled with minimal formal skill or training.

 

Mehr Bilder, vor allem von Konstruktionsdetails,  findet Ihr im WikiHouse-Blog: http://blog.wikihouse.cc/

Nullbruchstellen – es geht auch ohne geplante Obsoleszenz

Donnerstag, 17. Mai 2012

Label Nullbruchstellen

Eingebauter vorzeitiger Verschleiß oder reparaturunfreundliche Konstruktionen sind einfach ärgerlich. Erst gerade wieder selber erlebt bei einer Tastatur, die ich reinigen wollte und die partout nicht zu zerlegen war: http://meterware.blogspot.de/2009/06/tastatur-offnen-logitech-deluxe-250.html.

Inzwischen aber wollen immer mehr Verbraucherinnen und Verbraucher sich das nicht mehr gefallen lassen, zumindest taucht das Thema geplante Obsoleszenz mehr und mehr in der öffentlichen Diskussion auf.

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